„Wie reich ist die Kirche?“

„Wie reich ist die Kirche?“

Buchautor Jürgen Holtkamp spricht über wenig bekanntes Phänomen

 

DATTELN. (-tz) Die Kirche, vornehmlich die kathol-sche, wird gemeinhin als reich angesehen, besitzt Ländereien und Immobilien und wird vom Staat über die Kirchensteuer ständig finanziell „gefüttert“. Was verbirgt sich hin¬ter diesem Reichtum, über den gerne der Deckmantel des Schweigens gelegt wird? Dieser Frage wollte die Geschwister-Zabel-Stiftung nachgehen und hatte mit Dr. Jürgen Holtkamp einen fach- und sachkundigen Referenten eingeladen.

Gemeinsam mit dem Historiker Gerhard Hartmann hat-ter er sich mit seinem Buch „Die Kirche und das liebe Geld“ auf Spurensuche begeben. „Es herrscht großes Interesse an diesem Thema“, hob Prof. Dr. Maria Zabel zu Beginn der Diskussionsveranstaltung am Mittwochabend im Gemeindesaal von St. Dominikus hervor.

Nicht zuletzt der „Fall Lim-burg“ mit seinem ehemaligen verschwenderischen Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst, der vielen Dattelnern aus seiner Zeit als Diakon in der Amandus-Gemeinde bekannt ist, stürzte die katholische Kirche in eine tiefe Vertrauenskrise.

„Tausende Gläubige sind seinerzeit aus der Kirche aus-getreten“, erklärt Jürgen Holtkamp. Auch weiß er aus seiner Zeit als Leiter der Fachstelle „Kommunikation und Veranstaltungen“ im Bistum Münster, dass Tebartz van Elst schon als Münsteraner Weihbischof zu Verschwendungen neigte.

Geht die Kirche tatsächlich verschwenderisch mit Geld und Kirchensteuern um? „Nein“, behauptet der Referent um gleichzeitig eine Lanze für die Beibehaltung der Kirchensteuer zu brechen. „Denn was die Kirche mit diesen Einnahmen macht, ist gut. Schlecht ist nur, dass sie ihre Finanzen nicht offen-legt.“

Von den Steuereinnahmen würden vielfach soziale und karitative Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser oder Altenheime finanziell unterstützt. Wäre dies nicht der Fall, müsste hier der Staat – und damit wiederum der Steuerzahler – tätig werden. Mit ihren Vermögen sorgen die Bistümer aber auch für den Erhalt kultureller Ein-richtungen und historischer Gebäude.

Zurück zu Limburg (die Bischofskirche war auf dem ehemaligen Tausend-Mark-Schein abgebildet), wo der Umbau und die Renovierung des Bischofssitzes dringend erforderlich gewesen seien. „Nur der finanzielle Rahmen wurde bei weitem überschritten“, wie Jürgen Holtkamp es sehr vorsichtig ausdrückte.

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